Zu zweit besser als allein

Gesellschafter des dsfd

Kooperation zwischen dem Sozialen Friedensdienst Göppingen und der Diakonie Stetten seit dem 1. Juli 2010

„So ist's ja besser zu zweit als allein“ heißt es im Buch des Predigers.
Die Kooperation der Diakonie Stetten und des Sozialen Friedensdienstes ist schnell und gut angelaufen.

Für die Diakonie Stetten ist die Kooperation mit den Göppingern eine logische Weiterentwicklung ihres Auftrags, dem sich schon die Begründer der Diakonie Stetten verpflichtet fühlten: „Behinderten Menschen eine möglichst selbstständige Perspektive zu ermöglichen“.

Die jungen Menschen, die im dsfd ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, ermöglichen Menschen mit Behinderungen die Teilnahme am sozialen Leben. Nicht nur indem sie Fahrdienste übernehmen, sondern auch über Freizeitangebote, Hilfe für Schülerinnen und Schüler und familienentlastende Dienste.

Menschen mit Blick für die Schwachen

Besser ist's zu zweit als alleine und gut ist es, wenn alle im besten Sinne profitieren: Dabei haben nicht nur die Kooperationspartner und die Menschen, die den Dienst in Anspruch nehmen ihren Nutzen. „Unsere Gesellschaft braucht Menschen mit einem Blick für die Schwachen, für die Kranken, für die Behinderten“ sagt der Göppinger Dekan Rolf Ulmer und widerspricht damit der Zeitgeist-Maxime: „Tempo ist Trumpf“. Denn reiche es tatsächlich aus, wenn junge Menschen möglichst schnell Schule und Studium oder Ausbildung hinter sich bringen? Wo und wie werden eigentlich die Kompetenzen erworben, die der Mensch braucht, um mit anderen Menschen gut umzugehen? „Nur mit sozialen Kompetenzen wird unsere Gesellschaft ein menschliches Gesicht behalten“, meint Rolf Ulmer. Und Pfarrer Rainer Hinzen, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Stetten, fügt hinzu: Im Freiwilligen Sozialen Jahr können sich Persönlichkeiten entwickeln und werde Nächstenliebe erlebt und gelebt.

Ein Leben lang profitieren

Der Soziale Friedensdienst hat wie die Diakonie Stetten eine lange Tradition: 1969 gegründet sorgte sich der von 15 evangelischen Kirchengemeinden getragene Verein um die Vermittlung von Zivildienstleistenden. Und nicht wenige, die eigentlich nur ihren Zivildienst ableisten wollten, haben ihr Talent und ihre Begeisterung für einen sozialen Beruf entdeckt. „Ein Leben lang von diesem Jahr profitieren“: Diese Erfahrung machen auch heute noch junge Männer und Frauen, die sich für ein Jahr zum sozialen Dienst verpflichten, weiß der heutige Geschäftsführer des dsfd, Tobias Bollinger.

Der Kirchenbezirk Göppingen will noch fünf Jahre den dsfd auch finanziell unterstützen und damit, so Dekan Ulmer, „deutlich machen, wie wichtig ihm die friedenspädagogische Arbeit und die Förderung der sozialen Kompetenzen ist“. Unterstützung fordert Dekan Ulmer auch von der Politik: Junge Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren, sollen dafür ein Jahr länger Kindergeld bekommen, auch wenn sie die Altersgrenze von 25 Jahren schon überschritten haben.

53 Menschen werden aktuell durch Einrichtungen der Diakonie Stetten im Landkreis Göppingen versorgt. Rudolf Dangelmayr, als Vertreter des Landkreises zur Feier gekommen, lobte das Engagement der Diakonie Stetten. Und auch der Soziale Friedensdienst Göppingen ist mit seinen Angeboten „nicht mehr wegzudenken“.

Beide Partner zusammen sorgen nun dafür, dass Menschen mit Behinderungen, Menschen, die unterschiedlichste Hilfen brauchen, diese bekommen und damit weiter in die Mitte der Gesellschaft rücken.